Und in des Waldes Dunkel schlafen die Wölfe. Roman
And in the Forest’s Darkness, the wolves are sleeping. Novel
Alva, nineteen years of age, enamored of Epictetus, given to meditations on the afterlife, a reader of volumes on Quantum Physics, and ever in pursuit of that singular, all-consuming love, slips quietly away from her parents’ London flat after a bitter quarrel, setting out upon a journey across South America. Mere hours later, catastrophe strikes: the aircraft carrying her parents falls from the sky.
Upon her return, she takes refuge with Bro, a famed and notorious theatre director residing in Vienna—an incorruptible individualist who stands in fierce defiance of the spirit of the age, beholden to nothing but truth and art. What follows are years marked by unrest. Alva’s odyssey through the untamed lands of the Carpathians unfolds further through sojourns in London, Zurich, Vienna, Hamburg, Antwerp, as well as in Iraq and Afghanistan.
And woven into this restless tale are further mysteries: a vanished letter, Bro’s journey through time, wolves that haunt the margins, a house laid under a curse, and Blue—a Caucasian Ovcharka.
SchuldLOS. Die lange Reise des Amadeus Glückskind. Roman
GuiltLESS. The long Journey of Amadeus Glückskind. Novel
NON coupable. Le long voyage d’Amadeus Glückskind
Durch den Wald, Hinter der Zeit. Roman
A Houseful of Ghosts. Novel
La maison de mes esprits. Roman
Vorankündigung: Demnächst!
Das Ding aus einer anderen Welt. Roman
Eines Tages, kurz nach Sonnenaufgang, stand sie da. Die Säule. Zehn Meter hoch. Ein nachtschwarz glänzendes Viereck. Weder Obelisk noch Totempfahl. Sie stand da. Mitten auf dem Marktplatz, unweit des dreihundert Jahre alten Brunnens, den eine Menagerie steinerner Fabeltiere umrahmt, darunter ein mächtiger Zentaur, der seit ewigen Zeiten den Himmel mit seinen Blicken abzusuchen scheint. Ein idyllisches Fleckchen Erde, umsäumt von alten Eichen und einer tausend Jahre alten Linde. Da stand sie also. Ohne dass sie jemand gerufen hatte. Und niemand, wirklich niemand hatte ihr lautloses Ankommen bemerkt. Und diese Säule war das Seltsamste, Makelloseste und zugleich Unheimlichste, was je ein menschliches Auge erblickt hatte.
Leseprobe
12/2026. Das Ding aus einer anderen Welt. Roman Auszug: III. Eine Stadt in Aufruhr
III. Eine Stadt in Aufruhr. Alien-Forscher, Kosmologen, Ufo-Jäger, ein Trojanisches Pferd und andere Unannehmlichkeiten
Vier Wochen nach diesem Zusammentreffen saß der Bürgermeister in seinem Büro und sah nachdenklich aus dem Fenster. Er sinnierte darüber, ob er versagt hatte. War die Säule fort? Nein. Und niemand auf der ganzen Welt wollte sie haben, was nicht zuletzt daran lag, dass es keinen einzigen Menschen gab, der bereit war, jegliche Gefahr oder jedes erdenkliche Risiko im Falle eines Abtransportes auszuschließen. Waren das Militär und die Hubschrauber verschwunden? Ja. Musste er die Polizeipräsenz erhöhen? Natürlich. Der Marktplatz wurde nun rund um die Uhr observiert. Es gab keinen Baum, kein einziges Dach, keinen noch so kleinen Winkel, an, auf oder in dem sich keine Kamera befand. Drohnen kreisten Tag und Nacht über der Stadt. Waren die Menschen vor den Toren verschwunden? Ungefähr eine Hälfte der sensationshungrigen Meute hatte sich zurückgezogen, nicht zuletzt dank Lucias überragender Klugheit. Sie hatte es geschafft, in den sozialen Netzwerken zu verbreiten, dass sich Horden von Bären und Dutzende Rudel Wölfe um die Stadt herum sowie in den Bergen angesiedelt hatten, die leider Gottes – so schrieb sie – stets an Futtermangel litten und aufgrund dessen seien die Tiere ziemlich nervös. Gespickt hatte sie ihren Artikel mit Geschichten über blutrünstige Bärenangriffe mit Todesfolge, die sich in den letzten fünfzig Jahren zugetragen hatten. In mühevoller Kleinarbeit war es ihr gelungen, die schaurigsten Vorfälle herauszusuchen und eindrucksvoll in ihren Text einzuarbeiten. Unsere Wölfe, so konnten die Menschen in aller Welt lesen, sind immer auf der Suche nach Nahrung jedweder Art. Auch der Schlangen hatte sie sich angenommen und beiläufig erwähnt, dass sieben verschiedene Schlangenarten in der Gegend heimisch geworden sein sollen, darunter vier, deren Gift fast immer zum Tode führen würde. Gescheit wie sie war, hatte sie hinzugefügt, dass alle diese Erzählungen vielleicht nur Gerüchte seien, trotzdem könne man einen gewissen Wahrheitsgehalt nicht ausschließen, zumal drei dieser giftigen Schlangenarten als sehr klein beschrieben werden und es damit für einen Touristen nahezu unmöglich sei, sie rechtzeitig zu entdecken. Die andere Hälfte der Neugierigen tummelte sich nun fröhlich in seiner Stadt herum. Der Bürgermeister war immerhin weise genug gewesen, die Anzahl und die Aufenthaltsdauer der Besucher zu begrenzen. Touristen, die sich auf illegalen Wegen in die Stadt hineingeschlichen hatten und erwischt wurden, blieb nichts anderes übrig als ein exorbitant hohes Bußgeld zu zahlen. Länger als eine Woche durfte niemand bleiben, bis auf diejenigen, die bereit waren, sich ein Haus oder eine Wohnung zu kaufen, was naturgemäß zur Folge hatte, dass die Immobilienpreise augenblicklich in die Höhe schossen. Zu Hugos Überraschung klammerten sich insbesondere finanzkräftige Touristen, Prominenz aller Art und Investoren an die Mär, dass die Säule den natürlichen Prozess des Alterns stoppen würde. Sie rissen sich um die letzten noch verbliebenen Häuser, die zum Verkauf standen. Absurd hohe Preise wurden für jede Immobilie, ja, für jede Ruine und auch noch die letzte freistehende Scheune gezahlt. Während also die einen dem Ding eine heilende Energie zuschrieben, hielten andere es für eine Art Menetekel; ein unheilvolles Omen. Wieder andere waren fest davon überzeugt, dass die Säule gar von Gott selbst auf die Erde gesandt worden sei. Beide Fraktionen hatten weltweit eine bemerkenswert große Anhängerschar. Wieder andere schworen unverändert darauf, die Säule sei Teil eines Ufos oder eine Ankündigung, dass Wesen einer außerirdischen Zivilisation bald zu Besuch kämen. Die allermeisten überzeugte jedoch die weltweit verbreitete Nachricht – auch hier hatte Lucia erstklassige Arbeit geleistet -, dass das Objekt das Kunstwerk eines genialen Bildhauers sei, der es bedauerlicherweise vorzog, unbekannt zu bleiben. Und zur großen Erleichterung des Bürgermeisters fand diese These in den sozialen Netzwerken große Zustimmung und führte letztlich dazu, dass der hochgekochte mediale Wahnsinn nicht noch weiter anstieg. Wie hatte es der Präsident formuliert? Man könne den Menschen alles weismachen? Nein, er irrt. Man kann zwar vielen, aber nicht allen Menschen alles weismachen.
12/2026. Das Ding aus einer anderen Welt. Roman Auszug: II. Der Tod des Androiden
II. Der Tod des Androiden
„Er tut nichts, keine Sorge. Der Android ist darauf programmiert, niemandem etwas zu tun“, sagt einer der Physiker lächelnd und richtet seinen Blick auf Omar. „Er ist eine Maschine. Nicht mehr und nicht weniger. Anscheinend hat er heute keine Lust, zu arbeiten. Kommt schon mal vor.“ Nach einer guten halben Stunde ist es geschafft. Ikarus wird aufgefordert, sich erneut zur Säule zu begeben. Der Roboter steht auf, zögert kurz, bewegt sich dann aber zielstrebig auf das Objekt zu, das im selben Moment von einem tiefroten Schimmer überzogen wird. Zum Teufel, was ist das für ein Ding? – fragt sich Hugo. Kurz vor Erreichen der Säule bleibt der Android erneut stehen, senkt den Kopf und rührt sich nicht mehr. Die Männer stöhnen auf. Plötzlich tritt einer der Ingenieure näher an die Säule heran und sagt ein Wort in einer unbekannten Sprache, das wie der Anfang eines Gebets klingt. Ikarus hebt den Kopf, nickt und dreht sich in Richtung der kleinen Gruppe, die sich um den Bürgermeister gescharrt hat. Seine Augen suchen den Blick Omars, der sich verlegen abwendet. „Ikarus!“ Einer der Ingenieure streckt fordernd seinen Arm in Richtung des Androiden und wiederholt das soeben gesagte Wort. Der Roboter bewegt sich daraufhin weiter nach vorn. Er zögert, stockt sekundenlang, hält plötzlich inne und dreht seinen Kopf in Richtung eines Kranichs, der sich in diesem Moment mit warnenden Rufen in die Lüfte emporschwingt. „Ikarus!“ Wieder drängt einer der Männer den Androiden, weiterzugehen. Dieses Mal noch dringlicher. Ein letztes Mal sieht Ikarus zurück, lässt seinen Blick über die Gruppe der Wartenden schweifen, wendet sich Augenblicke später ruckartig der Säule zu, hebt blitzschnell seinen rechten Arm und drückt diesen an die Oberfläche des Gesteins. „Geht doch, Junge, gut gemacht!“, ruft einer der Ingenieure aufmunternd. Irgendjemand lacht erleichtert. Urplötzlich dreht sich der Roboter zurück, sinkt in Zeitlupentempo auf die Knie. Mit nach vorn gebeugtem Kopf, beide Hände auf das Gesicht gepresst, verharrt er so. Unvermittelt erklingt ein quälend langgezogenes Piepen, das allmählich leiser und leiser wird, bis es ganz erstirbt. Die roten Elektroden an Ikarus Händen zucken ein letztes Mal wild auf. Ein Licht nach dem anderen erlischt. Am Ende sackt sein Kopf nach links. Lautlos stürzt der Android mit dem Gesicht voran auf den Boden. Es ist vorbei.
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